Wie gut arbeitet meine Wärmepumpe?
Die Jahresarbeitszahl sagt, wie viel Wärme aus einer Kilowattstunde Strom wird. Du brauchst zwei Zahlen fürs selbe Jahr: den Strom, den die Wärmepumpe gezogen hat, und die Wärme, die sie abgegeben hat.
Woher die Vergleichswerte kommen
Aus dem Feldtest „WP-QS im Bestand“ des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE. Vier Jahre lang haben die Forschenden 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern gemessen, gebaut zwischen 1826 und 2001, mit 90 bis 370 Quadratmetern beheizter Fläche. Ausgewertet ist vor allem das Jahr 2024, abgeschlossen wurde das Projekt im November 2025 (Presseinformation, Abschlussbericht).
| Wärmequelle | Anlagen im Feldtest | Schnitt | Spanne |
|---|---|---|---|
| Außenluft | 61 | 3,4 | 2,6 bis 4,9 |
| Erdreich | 16 | 4,3 | 3,6 bis 5,4 |
Wie viel Wärme die Häuser brauchten, hat Fraunhofer ebenfalls gemessen: Für Heizung und Warmwasser waren es in 68 Häusern zwischen 32 und 200 Kilowattstunden je Quadratmeter beheizter Fläche, in der Mitte 97. Die Hälfte der Häuser lag also darunter, die Hälfte darüber.
Mit dem Baujahr des Hauses hing die Jahresarbeitszahl nicht zusammen. Einen Zusammenhang fand Fraunhofer nur mit der Temperatur im Heizkreis. Und Heizkörper, die groß genug sind, liefen im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen wie eine Fußbodenheizung.
Was in die beiden Zahlen gehört
- Wärme: alles, was die Wärmepumpe abgegeben hat, für die Heizung und fürs Warmwasser. Im Feldtest entfielen etwa 81 Prozent auf die Heizung und 19 Prozent aufs Warmwasser.
- Strom: alles, was die Wärmepumpe selbst gezogen hat, samt Heizstab und Ventilator oder Solepumpe. Umwälzpumpen hat Fraunhofer nicht mitgezählt. Hängen sie bei dir am Zähler der Wärmepumpe, fällt deine Zahl etwas niedriger aus.
- Dasselbe Jahr: Lies beide Zähler am selben Tag ab, und ein Jahr später wieder. Ein Sommer allein sagt wenig, weil die Wärmepumpe dann fast nur Warmwasser macht.
Wann der Vergleich hinkt
- Nach einem kalten Winter. Die Messjahre waren eher mild, Temperaturen unter minus fünf Grad kamen selten vor. Je kälter die Luft, desto mehr Strom braucht eine Luft-Wärmepumpe für dieselbe Wärme.
- Wenn die Wärme aus der Anzeige kommt. Fraunhofer hat mit Wärmemengenzählern gemessen. Was die Wärmepumpe selbst anzeigt, kann anders ermittelt sein und davon abweichen.
Und der Strom je Quadratmeter?
Den ordnet der Heizspiegel ein. Er nennt für Wärmepumpen, wie viel Strom ein Gebäude je Quadratmeter und Jahr für Heizung und Warmwasser braucht, gestaffelt nach der Größe. Gemeint ist die Wohnfläche des ganzen Gebäudes, beim Einfamilienhaus also deine. Die Werte gelten für das Jahr 2025, in Kilowattstunden je Quadratmeter.
| m² | niedrig | mittel | erhöht | zu hoch |
|---|---|---|---|---|
| 80–150 | bis 19 | bis 36 | bis 77 | ab 78 |
| 150–250 | bis 18 | bis 33 | bis 67 | ab 68 |
| 250–500 | bis 17 | bis 31 | bis 67 | ab 68 |
Quelle: co2online gGmbH, Heizspiegel für Deutschland 2026, Abrechnungsjahr 2025. Verwendet mit Erlaubnis der co2online gGmbH.
Macht bei dir ein Durchlauferhitzer das Warmwasser und nicht die Wärmepumpe, zählt der Heizspiegel 9,6 kWh je Quadratmeter dazu. Was dein Strom insgesamt kostet, rechnet der Stromkostenrechner.